Expecting Rain

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TEMPEST (2012)

German translation/deutsche Übersetzung
Andreas Volkert 12/2012

Translation of the content only. Measure and rhymes were not kept.
Inhaltliche Übersetzung. Versmaß und Reime wurde nicht beibehalten.

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1. DUQUESNE WHISTLE

Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Hört sich an, als ob er mich davontragen wird
Ich fahre bis nach Carbondale und dann noch weiter
Der Duquesne-Zug fährt mich Tag und Nacht
Du sagst, ich sei ein Glücksspieler, Du sagst ich sei ein Zuhälter
Aber ich bin keins von beidem
Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Klingt so, als wäre es seine letzte Fahrt

Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Es pfeift wie nie zuvor
Blaues Licht blinkt, rotes Licht leuchtet
Das Pfeifen klingt, als stünde der Zug vor der Tür meiner Kammer
Du lächelst durch den Zaun zu mir herüber
Genauso wie schon so oft zuvor
Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Klingt so, als wäre es das letzte Pfeifen

Kannst Du nicht das Pfeifen des Duquesne-Zugs hören?
Hört sich an, als ob der Himmel zerspringen würde
Du bist das einzige, das mich weitermachen lässt
Du bist wie eine Zeitbombe in meinem Herzen
Ich kann eine süße Stimme rufen hören
Muss die Mutter unseres Herrn sein
Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Klingt so, als wäre meine Frau an Bord

Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Hört sich an, als ob er meine Schwermütigkeit davontragen könnte
Du alter Gauner, Ich weiß genau, wo Du hinfährst
Ich selbst werde Dich führen, wenn der neue Tag beginnt
Ich wache jeden Tag auf, mit dieser Frau in meinem Bett
Jeder sagt, sie sei mir zu Kopf gestiegen
Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Klingt so, als ob er mich total erledigen würde

Kannst Du nicht das Pfeifen des Duquesne-Zugs hören?
Es pfeift durch die nächste miese Stadt
Die Lichter meiner Heimat glühen
Ich frage mich, ob man mich beim nächsten Mal noch wiedererkennen wird
Und ob die alte Eiche noch steht
Die alte Eiche, auf die wir früher immer kletterten
Hör Dir das Pfeifen des Duquesne-Zugs an
Klingt so, als käme es genau zur rechten Zeit

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2. SOON AFTER MIDNIGHT

Ich suche nach Phrasen
Mit denen ich Dich preisen kann
Ich muß es jemandem sagen
Es ist kurz nach Mitternacht
Und mein Tag hat gerade begonnen

Ein Mädchen names Honey
Nahm all mein Geld
So im Vorübergehen
Es ist kurz nach Mitternacht
Und der Mond spiegelt sich in meinem Auge

Mein Herz ist frohgemut
Nie ängstlich
Ich habe schon so manchen Schlachthof von innen gesehen
Ich habe es nicht eilig
Ich habe keine Angst vor Deinem Zorn
Ich habe schon vor stärkeren Mauern gestanden als Deinen

Charlotte ist eine Hure
Trägt immer Rot
Mary dagegen trägt lieber Grün
Es ist kurz nach Mitternacht
Und ich habe ein Rendezvous mit einer Märchenkönigin

Sie zirpen und quatschen
Wen stört es?
Sie liegen und speisen in ihrem Blut
Slim, der Betrüger
Wer hat je von ihm gehört?
Ich schleife seinen Leichnam durch den Schlamm

Die Devise lautet, jetzt oder nie
Mehr als je zuvor
Als ich Dich traf, dachte ich nicht, Du würdest ausreichen
Es ist kurz nach Mitternacht
Und ich will niemanden außer Dir

_________________________________________________________

3. NARROW WAY

Ich wandere durch die Wüste, bis ich bereit bin
Ich mache mir keine Gedanken, über das was ich zurücklasse
Mir gehört sowieso nichts davon
Geh nach Hause, lass mich in Ruhe
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Schon immer, seit die Briten das Weiße Haus niederbrannten
Klafft eine Wunde im Herzen der Stadt
Ich sah Dich aus einer leeren Tasse trinken
Ich sah, wie sie Dich zu Grabe trugen und wieder ausgruben
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Sieh herab, Engel, aus den Wolken
Hilf meiner müden Seele, aufzusteigen
Ich küsste Deine Wange, zog Deinen Pflug
Du brachst mein Herz, ich blieb Dein Freund, bis jetzt
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Im Hof der goldenen Sonne
Steht man seinen Mann und kämpft, oder man gibt auf und läuft davon
Du gingst drauf los und verlorst Deinen lieben Kopf
Für ein Glas Wein und eine Kruste Brot
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Wir raubten und plünderten an fremden Küsten
Warum ist mein Anteil nicht so groß wie Deiner
Dein Vater verließ Dich, Deine Mutter auch
Selbst der Tod will mit Dir nichts mehr zu tun haben
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

In diesem Land ist es verdammt hart, am Leben zu bleiben
Scharfe Klingen überall, sie verletzen meine Haut
Ich bin bis an die Zähne bewaffnet und beiße mich durch
Ohne Blessuren wird das hier nicht ausgehen
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Zu viele Liebhaber warten auf Dich an der Mauer
Selbst wenn ich tausend Sprachen spräche, könnte ich sie nicht zählen
Gestern hätte ich sie alle ins Meer werfen können
Heute kann ich es nicht mal mit einem aufnehmen
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Du wirst schon an den Kuchen 'rankommen, Baby, mach Dir keine Sorgen
Leg Deine Arme um mich, da gehören sie hin
Bei mir gibt es keine Achterbahnfahrt
Ich halte Dich fest und fessle Dich an mich
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Ich habe eine üppig gebaute Frau mit einem Lächeln im Gesicht
Und sie hat meine Seele mit Gnade gekrönt
Meine Brust schmerzt noch immer von dem Pfeil, der mich traf
Ich glaube, ich muss meinen Kopf auf Deine Brüste legen und erst mal ausruhen
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

War die ganze Nacht lang dunkel, jetzt dämmert es
Was geschehen ist, ist geschehen, es gibt kein Zurück
[siehe: Vers 51 in Edward FitzGerald's Übersetzung des Rubáiyát des Omar Khayyám,
das sich auf Belsazar und die Schrift an der Wand bezieht (AT Daniel 5,5)]
Du kannst auf mich aufpassen, während ich schlafe
Und meine Tränen wegküssen
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

Ich liebe Frauen, und sie liebt Männer
Wir waren im Westen und gehen wieder dorthin zurück
Ich hörte eine Stimme, beim Beginn der Dämmerung
Sie sagte, "Sei sanft, Bruder, sei sanft und bete."
Die Straße ist lang, es ist ist ein langer und enger Weg
Wenn ich es nicht zu Dir hinauf schaffe, musst Du mir wohl irgendwann entgegen kommen

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4. LONG AND WASTED YEARS

Es ist schon so lange her
Daß wir uns mit ganzem Herzen liebten
Einmal, für einen Tag, war ich der Mann für Dich

Letzte Nacht hörte ich Dich im Schlaf sprechen
Du sagtest Dinge, die Du nicht sagen solltest
Oh, Baby, irgendwann gehst Du dafür ins Gefängnis

Wohin können wir gehen
Wen können wir treffen
Vielleicht empfindest Du das Gleiche, wie ich

Ich habe meine Familie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen
Ist wohl nicht leicht zu verstehen
Vielleicht sind sie schon tot
Nachdem sie ihr Land verloren hatten, habe ich sie aus den Augen verloren

Tanz einfach los, dreh Dich und schrei vor Freude
Du weißt, worum es geht
Was machst Du überhaupt da draußen in der Sonne
Weißt Du nicht, daß die Sonne Dir das Gehirn verbrennen kann

Mein Feind fiel in den Staub
Blieb plötzlich stehen, hatte keine Lust mehr
Er war am Ende, brach zusammen
Er starb in Schande, hatte eine eisernes Herz

Ich trage eine Brille mit dunklen Gläsern, um meine Augen zu verstecken
In ihnen ruhen Geheimnisse, die ich sonst nicht verbergen kann
Komm' zurück, Baby, wenn ich Dich verletzt habe – es tut mir leid

Zwei Züge, Seite an Seite
Vierzig Meilen breit, die östliche Linie entlang
Du musst nicht mitkommen, ich kam nur zu Dir, weil Du mein Freund bist

Ich denke, als ich mich abwendete
Verbrannte hinter mir die ganze Welt
Es ist schon eine Weile her, daß wir den langen Gang entlang gingen

Wir weinten, an jenem kalten, frostigen Tag
Wir weinten, denn unsere Seelen waren zerissen
Soviel zu den Tränen, soviel zu den langen und verschwendeten Jahren

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5. PAY IN BLOOD

Ich bleibe dran, wenn es auch hart ist
Gibt nichts schlimmeres, als das, was ich ertragen muss
Die Sonne scheint so hell, es gibt kein Entkommen
Für Deine Fehltritte könnte ich Dich steinigen
Früher oder später machst Du einen Fehler
Dann werfe ich Dich in Ketten, die Du nicht brechen kannst
Beine und Arme, Körper und Knochen
Ich zahle mit Blut, aber nicht mit meinem eigenen

Nacht für Nacht, Tag für Tag
Rauben sie Dir mehr von Deiner Hoffnung
Je mehr ich nehme, desto mehr gebe ich
Je mehr ich sterbe, desto mehr lebe ich
In meiner Tasche habe ich etwas, das wird Dir die Augen übergehen lassen
Meine Hunde werden Dich in Stücke reissen
Ich ziehe meine Kreise, in der südlichen Zone
Ich zahle mit Blut, aber nicht mit meinem eigenen

Wertlose Karten sind alles, was ich habe
Aber ich spiele dieses Blatt, es bleibt mir nichts anderes übrig
Ich schwor, die Gesetze Gottes zu achten
Auch ein Erschießungskommando würde daran nichts ändern
Ich war unterwegs mit denen, die auf dem Weg nach oben waren
So wie Du, mein hübscher Freund
Mein Kopf ist so hart/stur, könnte aus Stein sein
Ich zahle mit Blut, aber nicht mit meinem eigenen

Ein weiterer Politiker pisst in den Wind
Ein weiterer Bettler wirft Dir eine Kuss zu
Du hast die Augen Deiner Mutter
Wenn Du nur beweisen könntest, wer Dein Vater ist
Irgendwer hat wohl eine Droge in Deinen Wein geschüttet
Du trankst ihn aus und gingst einen Schritt zu weit
Man kann nicht von Brot allein leben
Ich zahle mit Blut, aber nicht mit meinem eigenen

Niemand weiß, wie ich wieder nach Hause zurück gekommen bin
Oder wie ich so viele Niederschläge wegstecken konnte
Ich bin durch die Hölle gegangen, was hat es gebracht?
Du Bastard! Dich soll ich respektieren?
Ich zeige Dir, was Gerechtigkeit ist, ich fülle Deinen Geldbeutel
Zeig mir Deine Moral, nach der Du dürstet
Hör mich rufen und klagen
Ich zahle mit Blut, aber nicht mit meinem eigenen

Du verwöhnst Deinen Liebhaber in Deinem Bett
Komm' her, ich schlag Dir den Kopf ein
Unsere Nation muss gerettet und befreit werden
Man klagt Dich des Mordes an, bekennt Du Dich schuldig oder unschuldig?
So verbringe ich meine Tage
Ich kam, um Leute unter die Erde zu bringen, nicht um sie zu preisen
Ich trinke meinen Becher leer und schlafe alleine
Ich zahle mit Blut, aber nicht mit meinem eigenen

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6. SCARLET TOWN

In Scarlet Town, wo ich geboren wurde
Wächst Efeu und Silberdorn
Die Straßen haben Namen, die man nicht aussprechen kann
Eine Unze Gold ist nur noch einen Quarter wert
Die Musik beginnt, die Leute schwingen mit
Jeder sagt, "Haben wir den gleichen Weg?"
Onkel Tom arbeitet immer noch für Onkel Bill
Scarlet Town liegt unter dem Hügel

Scarlet Town, im Monat Mai
Sweet William lag auf dem Sterbebett
Seine Liebhaberin Mary wachte an der Seite des Betts
Sie küsste sein Gesicht und überhäufte ihn mit Gebeten
So tapfer, so wahr, so sanft ist er
Ich weine um ihn, so wie er um mich weinen würde
Little Boy Blue, spiele Deine Trompete
In Scarlet Town, wo ich geboren wurde

Scarlet Town, zur heißen Mittagsstunde
Im Schatten der Palmenzweige und bei den verstreuten Blumen
Bettler kauern am Tor
Hilfe kommt, doch es ist zu spät
Bei Marmorblöcken und auf Steinfeldern
Gibst Du Deine bescheidenen Wünsche bekannt
Ich berührte den Rocksaum, aber die Naht war aufgerissen
In Scarlet Town, wo ich geboren wurde

In Scarlet Town ist das Ende nah
Die Sieben Weltwunder sind nicht weit
Das Böse und das Gute leben Seite an Seite
Jede menschliche Erscheinung wird vergöttert
Biete Dein Herz auf einem Silbertablett dar und sieh, wer davon essen wird
Warte ab, wer Dich halten und zur Nacht küssen wird
Es gibt dort Walnusshaine und Ahornwald
In Scarlet Town helfen Dir Deine Tränen nicht weiter

In Scarlet Town kämpfst Du gegen die Feinde Deines Vaters
Oben auf dem Hügel weht ein kalter Wind
Du kämpfst gegen sie, oben und unten
Du bekämpfst sie mit Whisky, Morphium und Gin
Du hast Beine, die die Männer verrückt machen
Es gibt so viel, das wir leider versäumt haben
In Scarlet Town, ist der Himmel klar
Du wirst es bei Gott bedauern, nicht hier geblieben zu sein

Mach Dich bereit, Joe, spiel "Walkin' The Floor"
Spiel es für meine flachbrüstige Drogen-Hure
Ich bleibe lange auf, versuche klarzukommen
Während vom Himmel ein Lächeln herabscheint
Wenn Liebe eine Sünde ist, dann ist Schönheit ein Verbrechen
Alles ist schön, zur rechten Zeit
Schwarz, Weiß, Gelb und Braun
Alles zu haben, in Scarlet Town

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7. EARLY ROMAN KINGS

All die Frühen Römischen Könige [Name einer Gang] in ihren Kammgarn-Anzügen
Sie tragen Fliegen und Knöpfe, lange Stiefel
Sie spritzen Heroin, schnupfen Kokain
Sie nagelten ihre eigenen Särge, in Zylinder und Frack
Flieg davon, kleiner Vogel, flieg davon, schlag Deine Flügel
Flieg bei Nacht wie die Frühen Römischen Könige

All die Frühen Römischen Könige, am frühen, frühen Morgen
Sie kommen den Berg herab, verteilen den Mais(-Whisky)
Sie rauschen durch den Wald, rasen die Spur entlang
Du versuchst zu fliehen, sie halten Dich fest
Morgen ist Freitag, mal sehen, was er bringt
Jeder spricht von den Frühen Römischen Königen

Sie sind Hausierer und Wichtigtuer
Sie zerstörten Deine Stadt, sie werden auch Dich zerstören
Sie sind Parasiten und Verräter, haben es immer eilig
Jeder von ihnen tut so, als sei er der Größte
Schläger und Räuber, sie tragen ausgefallene goldene Rings
All die Frauen sind verrückt nach den Frühen Römischen Königen

Ich kann Deine Wunden verbinden, mit einem blutgetränkten Lappen
Ich mache mir nichts daraus, eine Hure oder eine Hexe zu lieben
Wenn Du mich kommen siehst und Du stehst bereit
Winke mit dem Taschentuch
Ich bin noch nicht tot, meine Glocke läutet noch
Ich hoffe das Beste, wie die Frühen Römischen Könige

Ich kann Dir das Leben nehmen, ich kann Dir den Atem nehmen
Ich kann Dich zum Haus des Totes verfrachten
Eines Tages wirst Du nach mir fragen
Du wirst niemand anders sehen wollen
Bring mir meine Geige, stimme die Saiten
Ich lasse es krachen, wie die Frühen Römischen Könige

Ich war oben auf dem Black Mountain, am Tag, als Detroit eingenommen wurde
Sie brachten alle um und schickten sie in die Hölle
Ding Dong Daddy, Du gehst leer aus
Ich bringe Dich vor ein sizilianisches Gericht
Ich hatte meinen Spaß, hatte meine Liebeleien
Ich werde sie erpressen, wie die Frühen Römischen Könige

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8. TIN ANGEL

Es war spät am Abend, als der Boss nach Hause kam
Fand sein Haus und seinen Thron verlassen vor
Der Bedienstete sagte, "Boss, die Dame des Hauses ist verschwunden
Sie ging noch vor dem Morgengrauen"

"Wenn Du mir was zu sagen hast, sag es, Mann
Komm' auf den Punkt und zwar schnell"
"Der alte Henry Lee, Anführer des Clans
Kam aus dem Wald geritten und nahm sie bei der Hand"

Der Boss ließ sich auf sein Bett fallen
Er verfluchte die Hitze und hielt seinen Kopf
Er wägte ab, wie es um seine Zukunft stand
Keine Zeit mehr, noch einen Tag zu warten

"Hole meinen Mantel und meinen Schal
Und die billigsten Hilfskräfte, die Du finden kannst
Sattle meine hellbraune Stute
Wenn Du mich davonreiten siehst, bete für mich"

Sie ritten den ganzen Tag und die ganze Nacht
Nach Osten, immer dem breiten Weg nach
Sein Mut ließ nach und seine Augen versagten
Seine Männer verließen ihn, er zog alleine weiter

Er kam an einen Ort, wo das Land öde war
Seine Stirn dröhnte in seinen Schädel
Schweren Herzens, schmerzerfüllt
Schlaflosigkeit erfüllte sein Gehirn

Nun, er warf seinen Helm davon und auch sein Kreuzgriffschwert
Er widerrief seinen Glauben, verleugnete seinen Herrn
Er kroch auf dem Bauch heran, legte sein Ohr an die Wand
Auf diese oder jene Weise machte er mit allem Schluß

Er beugte sich herab, schnitt das Stromkabel durch
Starrte in die Flammen, atmete das Feuer
Spähte durch die Dunkelheit, erhaschte einen Blick von den beiden
Es war schwer zu unterscheiden, wer wer war

Er stieg herab, an einer goldenen Kette
Seinen Nerven ließen sein Blut schneller fließen
Seine Fäuste waren blutig, er hielt die Luft an
Mit seinen Fingern strich er durch sein schmieriges Haar

Sie sahen sich an, ihre Gläser klirrten
Sie waren eins, untrennbar verbunden
"Habe das Gefühl, jemand beobachtet uns"
"Mach Dir keine Sorgen, der tut keiner Fliege was zu Leide"

Der Boss trat hinter dem Vorhang hervor und ging auf die beiden los
Schnell verriegelte er die Tür
Die Schatten verdeckten die Falten in seinem Gesicht
Mit all der Vornehmheit eines alten Schlags

Sie drehte sich um, ihr Blick verriet ihre Überraschung
Ihr Hass schrie zum Himmel
"Du bist ein rücksichtsloser Dummkopf, ich sehe es in Deinen Augen
Hierher zu kommen, war nicht schlau"

"Hoch mit Dir, Du elendes Frauenzimmer
Und denke Dir was anderes aus
Mir wird schlecht, mein Herz wird schwer
Zieh Dir was an und bitte schnell"

"Dummer Junge, denkst ich bin eine Heilige
Von Deinen Klagen habe ich genug
Du hast mir doch immer nur süße Lügen erzählst
Jetzt halt den Mund und sieh her"

"Ich hätte Dir die Sterne und Planeten geschenkt
Aber was hätte es Dir genützt
Geh in dich, oder knie nieder
Oder Du wirst diese Welt nicht wiedersehen"

"Oh, bitte, sei nicht grausam
Dieser Mann bedeutet mir mehr als Gold"
"Liebste, Du musst blind sein
Er ist ein Affe ohne Mut und dumm dazu"

"Du hattest zu lange das Sagen
Jetzt entscheide ich, wo es lang geht"
Er versuchte zu fliehen und fluchte lautstark
"Nur über meine Leiche"

"Ich wagte nicht, Deine Leidenschaft herrschen zu lassen
Du denkst mein Herz sei das Herz einer Närrin
Und Du Herr, kannst nicht leugnen,
Daß Du mich zum Affen gemacht hast. Und wofür?"

"Mir reicht es jetzt, sei still
Ich jage Dich zum Teufel
Sei gefasst auf das, was kommt, oder geh zur Seite
Oder Du wirst Dir wünschen, Du wärest in der Wiege gestorben"

Die Pistole krachte, der Schuß fiel
Die erste Kugel streifte sein Ohr
Die zweite Kugel traf ihn
Er klappte zusammen wie eine geknickte Nadel

Er kroch in die Ecke und ließ seinen Kopf sinken
Er griff nach dem Stuhl und nach dem Bett
Man würde ihn wohl nicht mehr zusammenflicken können
Er blutete aus dem Mund, er war so gut wie tot

"Du hast meinen Mann niedergeschossen, Du Unhold"
"Deinen Mann? Deinen Mann? Was meinst Du damit?"
"Er war ein Mann des Unfriedens, ein Mann der Sünde
Ich schoss ihn nieder, werfe ihn in den Wind"

"Hör zu", sagte sie hasserfüllt
"Auch Du sollst den Herrn des Todes treffen
Denk daran, daß ich Deiner Seele Leben einhauchte"
Und sie öffnete ihr Gewand und zog ein Messer hervor

Sein Gesicht war hart und voller Schweiß
Seine Arme schmerzten, seine Hände waren feucht
"Du bist eine mörderische Königin und eine blutige Ehefrau
Wenn es Dir nichts ausmacht, gib mir das Messer"

"Wir sind von gleicher Art mit heissem Blut
Aber unsere Körper und Gedanken sind nicht eins
Alle Ehemänner dagegen sind gute Männer, soweit ich weiß"
Dann stach sie ihn ins Herz und sein Blut floss

Seine Glieder wurden lahm, er versuchte noch, die Tür zu fassen
Doch sein Schicksal war besiegelt, er fiel zu Boden
Er flüsterte ihr noch ins Ohr "Alles Deine Schuld,
Die Zeit, in der ich kämpfte ist nun vorbei"

Sie berührte seine Lippen und küsste seine Wange
Er versuchte zu sprechen, doch seine Stimme versagte
"Du stirbst für mich, ich sterbe für Dich"
Sie setzte sich die Klinge auf das Herz und rammte sie hinein

Alle drei Liebenden, auf einem Haufen
Ins Grab geworfen, den ewigen Schlaf zu schlafen
Begräbnisfackeln brannten
In den Städten und den Dörfern, die ganze Nacht und den ganzen Tag

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9. TEMPEST

Der blasse Mond ging auf, in vollem Glanz
Über der Stadt im Westen
Erzählte eine traurige, traurige Geschichte
Vom großen Schiff, das unterging

Es war der 14. April
Sie ritt über die Wellen
Segelte ins Morgen
Ins Goldene Zeitalter, das vorhergesagt worden war

Die Nacht war Schwarz, die Sterne leuchteten
Die See war scharf und klar
Durch die Schatten
Rückte die versprochene Stunde näher

Die Lichter schienen unverrückbar
Während sie über den Schaum glitten
All die Herren und Damen
Auf dem Weg in ihre ewige Heimat

Die Leuchter schwankten
Von den Ballustraden
Das Orchester spielte
Lieder verblasster Liebe

Der Wachmann lag und träumte
Während im Ballsaal getanzt wurde
Er träumte, die Titanic würde sinken
Hinab in die Unterwelt

Leo nahm seinen Skizzenblock
Das machte er häufig
Er schloß seine Augen und malte
Die Szenerie vor seinem geistigen Auge

Der Armor traf seine Brust
Und brach sie entzwei
Der Frau in seiner Nähe
Fiel er in den Schoß

Er hörte eine laute Unruhe
Etwas klang falsch
Seine Ahnung sagte ihm
Er sollte besser gehen

Er stolperte aufs Achterdeck
Keine Zeit zu schlafen mehr
Wasser auf dem Achterdeck
Schon drei Fuß hoch

Der Schornstein neigte sich zur Seite
Schwere Schritte erklangen
Er trat in den Wirbelwind hinein
Die Himmel taten sich auf

Das Schiff begann zu sinken
Das Universum öffnete sich
Die Zeit war gekommen
Die Engel wendeten sich ab

Lichter auf dem Gang
Flackerten schwach und matt
Tote Körper trieben schon
Im Unterdeck

Dann explodierten die Maschinen
Die Turbinen starteten nicht mehr
Die Kessel hielten dem Druck nicht stand
Der Bug des Schiffs barst entzwei

Passagiere flogen
Hin und her, im hohen Bogen
Sie murmelten, tasteten nach dem Weg und stürzten
Jeder schon schwächer als der nächste

Der Schleier wurde herabgerissen
Zwischen Mitternacht und ein Uhr
Nichts, selbst kein Wunder
Konnte ändern, was geschehen war

Der Wachmann lag und träumte
Auf 45 Grad
Er träumte, die Titanic würde sinken
Sie ging in die Knie

Wellington schlief noch
Da begann sein Bett zu rutschen
Sein tapferes Herz schlug
Er schob den Tisch beiseite

Zersplittertes Kristallglass
Lag überall herum
Er schnallte seinen beiden Pistolen um
Wie lange würde er sich noch halten können?

Seine Männer und seine Begleiter
Waren nirgendwo zu sehen
Schweigend wartete er
Darauf, daß Zeit und Raum Gnade walten lassen würden

Der Durchgang war eng
Der Himmel schwarz
Er sah jede Art von Sorge
Hörte Stimmen überall

Die Alarmglocken schrillten
Um die anschwellende Flut zurückzuhalten
Freunde und Geliebte hielten
Sich aneinander fest

Mütter und Töchter
Stiegen die Teppen herab
Sprangen ins eisige Wasser
Liebe und Mitleid begleiteten ihre Gebete

Der reiche Mann, Mister Astor
Küsste seine liebe Frau
Er konnte nicht wissen
Daß dies die letzte Reise seines Lebens sein würde

Calvin, Blake und Wilson
Saßen beim Glücksspiel im Dunkeln
Niemand von ihnen würde überleben
Um von der Rettung erzählen zu können

Bruder kämpfte gegen Bruder
Unter allen Umständen
Sie kämpften und schlachteten sich gegenseitig ab
In einem tödlichen Tanz

Sie ließen die Rettungsboote herab
Vom sinkenden Wrack
Es gab Verräter und Abtrünnige
Gebrochene Rücken und Hälse

Der Bischof verließ seine Kabine
Um anderen in Not zu helfen
Er blickte nach oben zum Himmel
"Dir übergebe ich die Armen"

Davey der Bordellbetreiber
Kam heraus und entließ seine Mädchen
Sah das Wasser tiefer werden
Sah den Umsturz seiner Welt

Jim Dandy lächelte
Er hatte nie gelernt zu schwimmen
Er sah das behinderte Kind
Gab ihm seinen Platz im Rettungsboot

Er sah die Sterne leuchten
Sie strahlten herüber vom Osten
Der Tod wütete
Aber sein Herz hatte Frieden gefunden

Sie schlossen die Bodenluken
Aber die Luken hielten nicht
Sie ertranken auf der Treppe
Aus Messing und poliertem Gold

Leo sagte zu Cleo
Ich glaub ich werd verrückt
Aber er hatte seinen Verstand bereits verloren
Oder was davon noch übrig war

Er versuchte den Durchgang zu blockieren
Um andere zu schützen
Blut strömte aus einer offenen Wunde
Seinen Arm herab

Blütenblätter fielen von Blumen
Bis alle gefallen waren
In den langen, schrecklichen Stunden
Hielt der Fluch des Zauberers an

Der Gastgeber schenkte Brandy aus
Er hielt durch, solange es ging
Er blieb bis zum Ende
Und ging als letzter

Es gab viele, viele andere
Für immer namenlos
Sie waren zuvor nie auf See gewesen
Hatten noch nie ihr Heim verlassen

Der Wachmann lag und träumte
Der Schaden war vollkommen
Er träumte, die Titanic würde sinken
Und er versuchte, es anderen zu erzählen

Der Kapitän, kaum noch atmend
Kniete am Steuerrad
Über und unter ihm
50.000 Tonnen Stahl

Er sah zu seinem Kompass
Und blickte auf die Anzeige
Die Nadel zeigte nach unten
Er wußte, daß das Rennen verloren war

Im Schein der Nacht
Dachte er an vergangene Jahre
Er las das Buch der Offenbarung
Und füllte seinen Becher mit Tränen

Als der Auftrag des Sensenmanns erledigt war
Waren Sechzehnhundert zur Ruhe gebettet
Die Guten, die Schlechten, die Armen
Die Liebsten und die Besten

Sie warteten am Landungssteg
Und versuchten, zu verstehen
Aber da gab es nichts zu verstehen
An dem Urteil von Gottes Hand

Die Nachricht kam über den Fernschreiber
Und schlug ein mit tödlicher Gewalt
Die Liebe hatte ihr Feuer verloren
Alles war am Ende

Der Wachmann lag und träumte
Von allem, das passieren kann
Er träumte, die Titanic würde sinken
In die tiefe, blaue See

_________________________________________________________

10. ROLL ON, JOHN

Doktor, Doktor sagen Sie mir, wieviel Uhr es ist
Noch eine Flasche leer, noch ein Penny ausgegeben
Er drehte sich um und ging langsam davon
Sie schossen ihm in den Rücken und er sank nieder

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Von den Docks in Liverpool zu den Straßen im Hamburger Rotlichtbezirk
Im Steinbruch mit den Quarrymen [erste Band von John Lennon]
Du spieltest für große Mengen, auch für die billigen Plätze
Ein weiterer Tag im Leben auf dem Weg zum Ende der Reise

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Du segeltest im Ostwind, auf dem Weg nach Süden
Lumpen auf dem Rücken, so wie jeder andere Sklave
Sie fesselten Deine Hände und knebelten Deinen Mund
Gab keinen Weg aus der tiefen, dunklen Höhle

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Ich hörte heute die Nachricht, oh Junge
Sie zogen Dein Schiff an die Küste
Die Stadt ist jetzt dunkel, es gibt keine Freude mehr
Sie rissen das Herz heraus und schnitten tief in ihn hinein

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Nimm Deine Taschen, pack sie schnell
Brich sofort auf, das kann nicht falsch sein
Je früher Du gehst, desto schneller bist Du wieder hier
Du warst schon viel zu lange auf einer Insel

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Langsam, Du bewegst Dich viel zu schnell
Kommt doch alle bei mir zusammen
Deine Knochen sind müde, Du stehst kurz vor Deinem letzten Atemzug
Herr, Du weißt, wie hart es sein kann

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Roll weiter John, durch den Regen und den Schnee
Bieg nach rechts ab, wo die Büffel weiden
Man wird Dich in einen Hinterhalt locken, bevor Du es merkst
Zu spät, um nach Hause zu segeln

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

Tiger, Tiger, strahlst so hell
Ich werde den Herrn bitten, meine Seele zu beschützen
In den Wäldern der Nacht
Deck ihn zu und laß ihn schlafen

Schein Dein Licht
Immer weiter
Du schienst so hell
Roll weiter, John

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PostPosted: Tue December 25th, 2012, 16:44 GMT 
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Ich danke ihnen sehr, dies zu tun! Das ist eine menge arbeit!


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PostPosted: Tue December 25th, 2012, 21:50 GMT 

Joined: Thu August 30th, 2007, 22:44 GMT
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Shall I take yet another opportunity to point out that the forum-stickied lyrics to TEMPEST (the song) contain these errors:

"Out on the western town" should be "Out o'er the western town"
"Over the waves she rode" should be "Over the way she rolled"
"Tell the tale of disembark" should be "Tell the tale or disembark"

(I don't know if this affects your translation.)


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PostPosted: Thu December 27th, 2012, 11:27 GMT 
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Joined: Sat August 6th, 2011, 10:37 GMT
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Location: my heart’s in the Highlands
Thanks a lot !

A lot of work !

Greetings from Unterfranken ,
where it´s rainin cats and dogs today !


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PostPosted: Thu December 27th, 2012, 13:06 GMT 

Joined: Wed October 22nd, 2008, 14:12 GMT
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Dankeschön!
French translation here:
http://bobdylan-fr.com/album/tempest.html

My Echo, My Shadow And Me wrote:
TEMPEST (2012)

German translation/deutsche Übersetzung
Andreas Volkert 12/2012

Translation of the content only. Measure and rhymes were not kept.
Inhaltliche Übersetzung. Versmaß und Reime wurde nicht beibehalten.

__________________________________________________________


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PostPosted: Thu December 27th, 2012, 17:47 GMT 

Joined: Sat October 3rd, 2009, 13:47 GMT
Posts: 1870
Vielen Dank für die Übersetzungen der Tempest-Songs.
Das war sicher 'ne Menge Arbeit.

Der Interpretationsansatz des Songs Tempest in "Dylan's Tempest, the Titanic as metaphor of Global Climate Disaster - (Examiner) by William Routhier" (2. Link auf der heutigen ER Hauptseite) wird m.E. durch Deine Übersetzung noch deutlicher, als wenn ich nur den englischen Text lese.
Man merkt doch immer wieder, dass allen Bemühungen zum Trotz Deutsch unsere Muttersprache ist!

Übrigens noch ein Tipp:

Komplette lyrics der Tempest-Songs in den kostenlosen Google- oder Pons-Übersetzer eingeben, die allergröbsten Fehler beseitigen (mit "You" und ähnlichen Allerweltswörtern können die Automaten bekanntlich überhaupt nicht umgehen) aber nicht zu viel ändern, v.a. eher die Bedeutung dem Sound opfern als umgekehrt).
Dann sich einen interessierten Zuhörer suchen, und das Ganze zum laufenden Dylan-Album laut und betont sozusagen als Simultan-Übersetzer (besser als eine Art "Simultan-Interpret") vorlesen.

Und siehe: Anders als nach bemühter und korrekter Übersetzung kann man die Texte ganz anders angehen. Sie gewinnen eine Kraft, die sie in einer besseren Übersetzung nicht haben können. Sie gewinnen eine Kraft, als ob sie gesungen würden. Es erschließen sich so Dimensionen des Texts, die sonst verborgen geblieben wären. Sound und Text werden wieder eine Einheit.
Das gelingt schlechter bei gut und korrekt übersetzten Songtexten. (Diese fehlende Kraft guter Übersetzungen sind in den bekannten offiziell erschienen Übersetzungen wie zuletzt LYRICS 1962 - 2001 immer eklatant).
Gelegentlich scheinen durch die Automatenübersetzung nat. auch Zusammenhänge aufzuscheinen, die im Originaltext nicht enthalten sind.

Allerdings muss man sich auf den "Schock danach" vorbereiten. Leise und kritisch nochmals nachgelesen wird deutlich, dass die Automatenübersetzung auch teilweise unglaublich blöd ist.
Aber wie schon geschrieben: Das ist dann eben wieder die Situation, in der der Text allein für sich stehen muss (und dafür sind Songtexte meist nicht gedacht)

Mir hat die Automatenübersetzung bei diesem Album jedenfalls gute Dienste geleistet, was aber selbstverständlich nicht gegen Deine Übersetzung, die sicher besser ist, spricht.
Ich werde sie mir jedenfalls auch genauer anschauen. Bei der einen oder anderen Zeile habe ich beim schnellen Lesen gedacht, dass ich das anders übersetzt hätte, um einen etwas anderen Sound hinzubekommen.

Nichts-desto-weniger: Vielen Dank für Deine Mühe, vielen Dank, dass Du Deine Übersetzung vorstellst.
Das gefällt mir sehr!


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PostPosted: Thu December 27th, 2012, 19:58 GMT 
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Joined: Mon August 8th, 2011, 09:39 GMT
Posts: 1781
Location: Between Lincoln County Road and Armageddon
Nice Job! Gute Arbeit, Andreas!
Du hast Dir da wirklich eine wahnsinnige Mühe gegeben und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich hab bei einigen Liedern ein ganz neuem Blickwinkel für mich entdeckt. Respekt!


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PostPosted: Thu December 27th, 2012, 23:00 GMT 
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Joined: Mon July 31st, 2006, 09:13 GMT
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Location: out on Decatur Hill
The most interesting song to translate was "Early Roman Kings". I think it's the most mysterious song on the album. There is a lot going on underneath the surface of the lyrics. I also love the use of the maracas on the recording, which is a nice detail and a nod to Bo Diddley's "I'm A Man" (on which "Early Roman Kings" is based, musically) [Muddy Waters' answer song "Mannish Boy" does not have the maracas]. David Hidalgo's accordion adds another flavor and to me Hidalgo's playing seems to echo the work of Astor Piazzolla. Pure genius.

While there was a New York City gang called Roman Kings (in the 1970s), the first verse always reminds me of the fantastic 1961 gang movie "The Young Savages", starring Burt Lancaster and Shelley Winters. I don't think Dylan had that movie in mind when writing "Early Roman Kings" (even though he probably saw it upon its original release), but the Italo-American gang members in the movie behave like young, bragging Roman Kings, anyhow.
The second verse seems to allude to the capture of Jesus in the Garden of Gethsemane ("You try to get away, they drag you back/Tomorrow is Friday [the day of the crucifixion], we'll see what it brings"), also dealt with in "In The Garden" and (maybe) "What Was It You Wanted" ("what was it you wanted, when you were kissing my cheek" may refer to Judas betraying Jesus with a kiss, "was there somebody looking, someone that I might have missed" may refer to the Romans waiting in the shadows of the Garden).
"The day Detroit fell" must be November 29, 1760, when the French surrendered Fort Ponchartrain du Détroit, to the British.


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PostPosted: Fri December 28th, 2012, 11:08 GMT 
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Joined: Sat March 31st, 2007, 18:45 GMT
Posts: 471
Location: In the dark land of the sun
My Echo, My Shadow And Me wrote:
The most interesting song to translate was "Early Roman Kings". I think it's the most mysterious song on the album. There is a lot going on underneath the surface of the lyrics. I also love the use of the maracas on the recording, which is a nice detail and a nod to Bo Diddley's "I'm A Man" (on which "Early Roman Kings" is based, musically) [Muddy Waters' answer song "Mannish Boy" does not have the maracas]. David Hidalgo's accordion adds another flavor and to me Hidalgo's playing seems to echo the work of Astor Piazzolla. Pure genius.

While there was a New York City gang called Roman Kings (in the 1970s), the first verse always reminds me of the fantastic 1961 gang movie "The Young Savages", starring Burt Lancaster and Shelley Winters. I don't think Dylan had that movie in mind when writing "Early Roman Kings" (even though he probably saw it upon its original release), but the Italo-American gang members in the movie behave like young, bragging Roman Kings, anyhow.
The second verse seems to allude to the capture of Jesus in the Garden of Gethsemane ("You try to get away, they drag you back/Tomorrow is Friday [the day of the crucifixion], we'll see what it brings"), also dealt with in "In The Garden" and (maybe) "What Was It You Wanted" ("what was it you wanted, when you were kissing my cheek" may refer to Judas betraying Jesus with a kiss, "was there somebody looking, someone that I might have missed" may refer to the Romans waiting in the shadows of the Garden).
"The day Detroit fell" must be November 29, 1760, when the French surrendered Fort Ponchartrain du Détroit, to the British.


Very, very interesting background information !

Your translations are great, thank you very much for making them available !


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